Die Geschichte des Café am Marktplatz

Hier erfahren Sie einiges in Bildern über die traditionsreiche Geschichte das Café am Marktplatz. 

 

Um die Wende zu 1900 prägten Pferd und Kutsche das Ortsbild von Gersfeld. Der Martplatz war mehr eine holprige Marktstraße denn ein Platz, und am Brunnen vor dem Nichttor floss bereits Fuldawasser in den Trog. Diese Zeit nannte man später: ‚Die Gute Alte Zeit`.

 

 
Jetzt ist der Gersfelder Marktplatz wirklich ein Platz und keine schnöde Durchgangsstraße für Pferd, Reiter, Kutsche, Last- und Kraftwagen. Und das Schönste: Ein paar Schritte Richtung Kirche wartet ein köstlicher Kaffe auf die Besucher.

 

 



‚Brot, Backwaren, Mehl, Getreide, Futterartikel‘, stand werbewirksam ein paar Jahre über den Eingangsbereich des früheren Eigentümers A. Selig. An ein gemütliches Café zum Klönen und Verweilen war in den Jahren vor dem 2. Weltkrieg nicht zu denken. Diese Zeit nannte man später: ‚Die Gute Alte Zeit‘.

 

 
Der komplett runderneuerte Marktplatz sieht doch tatsächlich ungefähr wieder so aus wie vor hundert Jahren. Nur schöner. Nur genütlicher. Nur jünger. Nur einladender. Nur bunter. Und am Ende rechts wartet ein köstlicher Kaffee auf seine Genießer.

 

 



Die frühen 50iger Jahre und immer noch glich der Martplatz mehr einer Marktstraße. Der ‚alte‘ Hahling hatte seine Bäckerei zwar um ein hübsches Café erweitert, aber mit Draußen Sitzen war immer noch nix. Weil ordnungswidrig, unkorrekt, könnte ja zum Faulenzen einladen… und… und. Diese Zeit nennt man heute: ‚Die Gute Alte Zeit‘.

 

Von oben betrachtet scheint die Zeit still zu stehen. Platz und Häuser haben nichts von ihrem Charme verloren, die Rhöner Landschaft grüßt aus dem Hintergrund und das Café am Marktplatz hat 7 Tage die Woche geöffnet.

 

 

 



Von unten gesehen hatte der alte Marktplatz immer schon etwas von einem `Kneipheilbad`. Da fiel der Blick auf den `Gasthof zum Deutschen Haus`, daneben auf das `Gasthaus zum Stern`, darunter auf den `Gasthof zur Krone Post`. Wann das war? Natürlich in der ‚Guten Alten Zeit‘.

 

Das einzige Gebäude, das früher noch ein Gasthaus war ist heute unser Rathaus. Alles Andere drumrum läd wie immer zum Rasten, Essen und Trinken ein. Und wir wissen heute schon wie man morgen über diese Jahre sagen wird: ‚Die Gute Alte Zeit‘.

 

 

Die Abbildung und der Text entstammen dem wunderbaren Buch „GERSFELD  gestern und heute“, welches in einer kleinen Auflage vom Verlag Michael Imhof Verlag GmbH & Co.  KG, Petersberg, herausgegeben wurde. Abbildungen und Texte stammen von Hans Maaß (1923 – 2003), der über zwanzig Jahre lang die Geschichte der Gersfelder Gebäude und deren Bewohner recherchiert hat. Eine wahrhaft großartige Leistung. Hans Maaß hat uns auch die meisten alten Fotos zur Verfügung gestellt, die Sie auf unserer Hompage finden. Wir hoffen, unsere Seiten gefallen Ihnen. 

Zur geschichtlichen Ergänzung:

  • Erstens: Abraham Selig war Jude. Nach der Machtergreifung der Nazis im Jahre 1933 handelte er schneller, als die meisten anderen Juden: Er bot seine Bäckerei im Jahre 1934 zum Verkauf an. Der Käufer, Bäckermeister Josef Hahling aus Tann, zahlte dem bedrohten Vorbesitzer einen hochanständigen Preis und ließ ihn seine Backmaschinen mit nach Palästina nehmen. Über 30 Jahre später besuchten zwei Enkel des Abraham Selig die Bäckerei Hahling in Gersfeld und bedankten sich für die anständige Behandlung ihres gefährdeten Großvaters durch Josef Hahling: Das sei in jenen furchtbaren Zeiten ganz und gar nicht so selbstverständlich gewesen.
  • Zweitens: Die Witwe des Konrad Hahling, Christa Hahling, hat das Geschäft am 01.04.2013 an ihre Tochter Susanne Hampel übergeben.